Das Imprägnieren der Segel PDF Drucken E-Mail
Segelmachen

Der Zweck, den man mit dem Lohen der Segel, Netze und Taue verfolgte, war das Material haltbar zu machen gegenüber Rott, Schimmel und Sonneneinstrahlung, es winddicht und wasserabweisend zu machen und ihm, im Fall des Segeltuchs, ein besonderes Aussehen zu geben. Bevor die Segel imprägniert werden, müssen sie vom Baum oder der Rah gelöst und alle losen Leinen (Strecker, Priar, Handreff, Reffbändsel, Boline, Schoten) abgeschlagen werden.

Lohen mit der Sauerlohe

Das Segel wird in die Gerblohe gelegt und dort für 2 – 8 Tage liegen gelassen. Danach läßt man das Segel trocknen es wird dabei gewendet, um die Farbe auf beiden Seiten gleichmäßig hervortreten zu lassen. Das Segel sollte nicht in der direkten Sonne getrocknet werden.
Bei neuen Segeln und neuem Tauwerk nutzt man immer die Sauerloh-Methode. Sie gibt die feinste Farbe, die sich erst nach einigen Tagen zeigt, und ist nicht so strapazierend zum Segeltuch wie die Heiß- oder Kochlohe.
Die Sauerlohe kann den ganzen Sommer lang stehen bleiben. Man kann Segel und Tauwerk nach Bedarf hineinlegen. (Ich glaube, es sollte nach und nach mehr Rinde hineingetan werden, ansonsten ist nach einer Zeit nicht mehr genug Wirkstoff vorhanden.)
In der Folge muss das Segel im nächsten Frühjahr noch einmal geloht werden, danach jedes 2. - 4. Jahr, wenn es ständig in Gebrauch ist. Außerdem muß man tägliche Aufmerksamkeit auf das Segel verwenden, damit es gelüftet und trocken gehalten wird.

Lohen mit der Heißlohe

Das Segel wird nach und nach in den Lohbottich gelegt - Segel und Mischung Schicht um Schicht, bis das ganze Segel untergebracht und bedeckt ist. Die oben aufstehende Flüssigkeit wird vom Lohbottich geschöpft und zurückgehalten. Naturfasertauwerk kann ebenso in der Mischung im Bottich geloht werden. Der Bottich wird mit einem Segeltuchstück abgedeckt und 24 h stehengelassen. Am nächsten Tag werden Segel und Tauwerk zum Trocknen herausgenommen. Sind einige Falten dabei, die nicht ausreichend geloht wurden, können die Stellen mit einem Pinsel und Mischung nachgestrichen werden.

Bedeckt man das Segel während des Einlegens in den Bottich nicht direkt mit der Lohmischung – das scheint in der Praxis hier und da der Fall gewesen zu sein – ziehen die Stoffe zwar ins Gewebe, aber nicht so nachhaltig.

Anderenorts wurden die Segel auf eine Wiese gelegt und die Masse auf beiden Seiten mit einem Haarbesen satt aufgetragen. Anschließend wurden die Segel auf der Wiese zusammengelegt und nach einer gute Stunde zum Trocknen auseinandergeholt.

Aufbringen der Emulsion

Wollsegel wurden mit einer fettigen Emulsion, die zum Beispiel aus einer Mischung von Haarfett von Pferden und Ocker zusammen mit Talg von Schafen oder Rindern bestehen konnte, imprägniert, um das Gewebe winddicht und wasserabweisend zu machen. Gegen Rott und Schimmel gab man noch einen kleinen Anteil Holzteer bei.
Die Emulsion kam auf das Segeltuch und wurde mit einer feinen Wurzel- bzw. Haarbürste in das Gewebe einmassiert. Das Segel danach in der Sonne auszubreiten, half das Fett ordentlich zum Schwitzen zu bringen und ließ es damit in das Garn eindringen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. April 2011 um 09:35 Uhr
 
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